Geschichte

Die Geschichte der ladinischen Sprache geht bis zur Zeit der römischen Besiedlungen des Alpenhauptkammes zurück.

Einst war das Ladinische die am meisten verbreitete Sprache in den Alpen, während heute nur noch vereinzelte Täler in den Dolomiten diese Sprache verwenden. Entstanden ist sie zur Zeit der römischen Besiedlung des Alpenhauptkammes. Der römische Feldherr Drusus eroberte um 15 v. Chr. die Alpenregion und aus der Mischung zwischen der altkeltischen (rätischen) Kultur mit jener der Römer entstand das Ladinische. Die ladinische Sprache selbst dürfte sich in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt eingebürgert haben. Man bemerke: Die italienische Sprache ist beispielsweise erst einige Jahrhunderte später entstanden!

Das ladinische Sprachgebiet reichte damals von der Donau im Norden bis zum Gardasee im Süden, vom St. Gotthard Pass im Westen bis Triest im Osten. Doch seit dem 6. Jahrhundert, also zur Zeit der Völkerwanderung, drangen Bajuwaren aus dem Norden sowie Langobarden aus dem Süden vor und engten somit das ladinische Sprachgebiet ein. Schon bald kam es zu einer Unterbrechung der Verbindung zwischen den Dolomitenladinern und dem rätoromanischen Gebiet im Westen. Nur noch in den abgelegeneren Tälern konnte sich das Ladinische halten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Angliederung Südtirols an Italien fielen schließlich die Gebiete, in denen noch Ladinisch gesprochen wurde, vom Kaiserreich Österreich-Ungarn an Italien. Zu dieser Zeit sah man die ladinische Sprache als eine Art italienischen Dialekt an. Doch die Ladiner wollten davon nichts hören. Erst durch das 2. Autonomiestatut für Südtirol erlangten schließlich die Ladiner Südtirols Minderheitenrechte.

Bis heute konnten noch einige Täler in Italien und der Schweiz das Ladinische erhalten: Grödnertal, Gadertal, Fassatal, Buchenstein und Ampezzo in den Dolomiten, im Friaul sowie im Schweizer Kanton Graubünden. In Südtirol wird heute auch in den Schulen Ladinisch als Pflichtfach gelehrt und es gibt zudem verschiedene Publikationen in ladinischer Sprache, Zeitschriften und auch Bücher.

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