Ried ist der mögliche Geburtsort des berühmten Minnesängers Walther von der Vogelweide
Bildergalerie: Ried bei Lajen
Mehrere kleine Orte in Südtirol tragen den Namen Ried, denn das Wort bedeutet nichts anderes als Rodung oder Moor. Da der sumpfige Talboden der Eisackschlucht lange Zeit nicht bewohnbar war, mussten wohl auch die umliegenden Hänge für die Besiedelung zuerst gerodet werden. Dort, wo sich heute das Lajener Ried erstreckt, war das Gebiet jedoch schon in der Steinzeit besiedelt. Schon früh entdeckte man die sonnigen Hänge des Eisacktales für den Weinbau.
Die Geschichte von Lajen ist lang, doch ein Name sticht hervor: Walther von der Vogelweide (1168-1230), der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters. Seine Herkunft ist bis heute nicht vollständig geklärt: Einer der möglichen Geburtsorte wird am Vogelweider Hof in Ried vermutet, ein anderer liegt in Niederösterreich. Zwei Jahrhunderte später verbrachte mit Oswald von Wolkenstein ein weiterer bedeutender Minnesänger seine Kindheit auf der nahen Trostburg.
Der Vogelweider Rundweg führt dich heute auf den Spuren von Walther von der Vogelweide: Zuerst lädt das Minnehus Lajen, ein multisensorisches Museum, ein, danach führt eine gemütliche Wanderung zum Vogelweider Hof. Weinreben und Kastanienwälder umgeben den kleinen Weiler. Dass hier seit jeher Weinbau betrieben wird, zeigt sich auch in der Kirche zur Heiligen Katharina von Ried: Im Inneren befinden sich zahlreiche Fresken. Eine davon stellt den Weinpatron Urban dar, der einem Kind eine Weintraube reicht. Auch die Säulen sind mit Rebmotiven verziert.
Im Herbst kommen dann der Wein und die Edelkastanien auf den Tisch: Die Törggelehöfe in Lajen Ried laden im Oktober und November zu Törggelenachmittagen und -abenden ein, bei denen hausgemachte Schlutzer, neuer Wein, Knödel und eine Schlachtplatte serviert werden. Als Dessert - oder nachmittags zur Marende - gibt es "gebrotene Keschtn" (Röstkastanien) und süße Krapfen.
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