Zecken Suedtirol
Zecken Suedtirol

Zecken in Südtirol

Zecken sind auch in Südtirol oft unerfreuliche Mitbringsel von einem Ausflug: Hier kommt v.a. der sogenannte Holzbock vor.


  • Allgemeines:

Zecken sind kleine und äußerst widerstandsfähige Spinnentiere, die vor allem auf Sträuchern bis zu 1,50 m Höhe leben. Von dort aus klammern sie sich mit ihren Vorderbeinen mit Widerhaken am Fell eines Tieres oder der Kleidung eines Menschen fest, wenn Hund oder Mensch am Strauch entlangstreifen. Danach sucht sich die Zecke eine geeignete Stelle zum Blut saugen. Geeignete Wirte werden dabei bereits aus einer Entfernung von 100 Metern wahrgenommen.

Feuchte Sommer und milde Winter fördern die Zeckenpopulation, die sich vor allem im Frühjahr (Mai-Juni) und Herbst (September-Oktober) aktiv zeigt. Die Vorstellung, dass Zecken auf Bäumen lauern und sich dann auf Menschen fallen lassen, ist hingegen falsch.


  • Vorkommen:

Zecken bevorzugen feucht-warme, schattige Wälder bis zu 900 m ü.d.M. In Südtirol kommen fünf Schildzecken- und zwei Lederzeckenarten vor, die bekannteste ist der sogenannte Holzbock. Verbreitet sind sie vor allem im Überetsch - z.B. im Montiggler Wald -, im Süden Südtirols - z.B. am Fennberg -, im Etschtal - auch rund um die Landeshauptstadt Bozen -, und vereinzelt in höheren Lagen, wie dem Pustertal bis Sand in Taufers, dem Eisacktal bis Sterzing oder dem Ultental.


  • Krankheiten:

Dabei ist die Zecke selbst nicht gefährlich, wohl aber die Krankheiten, die sie übertragen kann:

  • Lyme-Borreliose:
    Die Erkrankung wurde in Südtirol in den 1980er Jahren erstmals diagnostiziert. Die Infektionskrankheit zeigt sich nach 2-4 Wochen mit einer kreisrunden roten Stelle, die nicht schmerzt. Durch eine Behandlung mit Antibiotika heilt die Lyme-Borreliose innerhalb eines Monats ab, unbehandelt kann es zu einer Entzündung der Gelenke, Herzrhythmusstörungen oder einer chronischen Gehirn- und Rückenmarksentzündung kommen.

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):
    Die Zeckenenzephalitis ist die in Mitteleuropa am häufigsten akut verlaufende Virusinfektion durch Zecken. Symptome sind untypisches Fieber (bis zu 39° C), das nach 1-2 Wochen nach dem Stich auftritt und bis zu einer Woche dauern kann. Bei 30% der Fälle tritt nach einer weiteren Woche ein zweiter Schub mit Fieber bis zu 40° C auf, zusammen mit Nackensteife, Kopfschmerzen und einer Entzündung von Gehirn und Rückenmark. Falls es zu Komplikationen kommt, können Lähmungen und epileptische Anfälle die Folge sein.


  • Vorbeugung:

Sprays und Cremes gegen Zecken sind erfahrungsgemäß wenig wirksam. Geschlossene Kleidung und hohe Schuhe sind wichtig, ebenso wie helle Kleidung: Darauf wird ein kleines dunkles Tierchen früher erkannt. Nach einer Wanderung ist es wichtig, den gesamten Körper von Tier und Mensch, bis zum Haaransatz, gründlich auf Zecken abzusuchen. Wie bereits oben erwähnt, krabbeln sie teils stundenlang auf der Suche nach der geeigneten Körperstelle herum.

Kleidung solltest du im Freien ausschütteln und/oder gleich bei 60° C waschen. Auch eine Behandlung im Wäschetrockner überleben Zecken normalerweise nicht.


  • Was tun bei einem Zeckenbiss?

Zecken stechen besonders gerne unter den Armen, in den Kniekehlen, im Nacken oder hinter den Ohren. Dabei wird der Stich selbst nicht bemerkt: Die Zecke ragt wie ein kleiner Fremdkörper aus der Haut, und wird gerne mit einer Warze oder einem Muttermal verwechselt. Es ist hingegen der Körper der Zecke, während der Saugapparat unter der Haut steckt. Deshalb ist die richtige und vollständige Entfernung einer Zecke äußerst wichtig. Bleibt der Kopf in der Haut stecken, kann es zu Komplikationen kommen, deshalb sollte die Zecke nicht zerquetscht oder erhitzt werden.

Am Besten wird sie mit einer Pinzette entfernt, die direkt an der Haut angesetzt wird: Mit einer Hebelbewegung wird dann die gesamte Zecke entfernt. Der Arzt sollte aufgesucht werden, falls der Kopf nicht entfernt werden konnte (meist entwickelt sich eine Entzündung), sich die Wunde infiziert, oder Fieber, neurologische Beschwerden oder Gelenks- oder Muskelschmerzen auftreten - auch einige Zeit danach. Es wird empfohlen, auch den Tetanusschutz zu überprüfen!


  • Schutzimpfung:

Die FSME-Schutzimpfung besteht aus drei Teilimpfungen und wird empfohlen, falls du dich oft in zeckenverseuchten Gebieten aufhälst oder dort wohnst. Auch beruflich exponierten Personen wie Jägern, Förstern oder Waldarbeitern wird eine Zeckenschutzimpfung empfohlen.


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