Bei der Bachprozession zu Ehren des Heiligen Johannes Nepomuk im Juli wird seine Statue aus dem Bach gerettet
Sieben landschaftlich schöne Dörfer bilden die Gemeinde St. Leonhard, Walten ist dabei der zweitgrößte Ortsteil. Der Weg ins Waltental zweigt von der Jaufenpass-Straße ab und führt hinauf zur Streusiedlung, in der viele Höfe einige Jahrhunderte alt sind: Alle werden noch traditionell bewirtschaftet und bilden nicht nur die Lebensgrundlage für die Bauernfamilien, sondern leisten auch eine wertvolle Arbeit, um die Naturlandschaft hier am sonnigen Südhang zu erhalten.
Anfang Juli steht das gesamte Dorf an einem Tag ganz früh auf: Dann wird die Bachprozession zu Ehren des Heiligen Johannes Nepomuk abgehalten. Seit zwei Jahrhunderten beginnt sie mit Böllerschüssen im Morgengrauen, danach startet die Prozession. Der eigentliche Feiertag des Heiligen wäre Mitte Mai, doch zu dieser Jahreszeit lag früher oft noch zu viel Schnee.
Die Vorbereitungen beginnen Tage vorher mit dem Schmücken der Häuser und dem Binden der Kränze. Die Prozession startet bei der idyllischen St. Antonius-Kirche und folgt dem Bachlauf: An vier Stationen werden die Evangelien gelesen. Bei der letzten Station wird die lebensgroße Statue des Heiligen Johannes symbolisch aus dem Bach gerettet und auf ein Samtbett gelegt. Die Feier endet mit einer Feldmesse in Wanns, da im dortigen Kirchlein nicht alle Gläubigen Platz fänden.
Einige bekannte Namen gibt es in Walten, darunter den Ausnahmemusiker Herbert Pixner und den früheren Skirennläufer Werner Heel. Für den Wintersport gibt es hier ideale Bedingungen, denn am Jaufenpass wartet das Skigebiet Ratschings-Jaufen und im nahen Pfelderertal das Skigebiet Pfelders Passeier. Im Sommer ist Walten ein herrlicher Ausgangspunkt für leichte und anspruchsvolle Alm- und Bergwanderungen, darunter jene nach Glaiten und Stuls, die Tour auf das Sailer Joch und die Wanderung zur Seeberg Alm, auch wunderschön im Winter.
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