Henrik Ibsen liebte den einstigen Luftkurort: Seine Postkarten, Fotos und Briefe sind im Gemeindeamt ausgestellt
Bildergalerie: Gossensass
Nur zehn Kilometer südlich vom Brennerpass liegt Gossensass, der Hauptort der Gemeinde Brenner. Das kleine Dorf gruppiert sich um die Kirche zur Unbefleckten Empfängnis und den Ibsenplatz. Im Winter lockt mitten im Ortszentrum ein Eislaufplatz, im Sommer ein kleines Freibad.
Von hier zweigen Straßen wie die Mühlgasse, die Alte Postgasse und die Stadelgasse ab - ihre Namen erzählen noch heute von vergangenen Zeiten. Gossensaß ist ein Knotenpunkt für Zug und Bus, und Reisende kommen hier schon seit 4.000 Jahren vorbei. Zur Römerzeit gab es im Wipptal Straßenstationen, im Mittelalter in Pflersch ein Silber- und Bleibergwerk. Diesem verdankt der Ort vermutlich seinen Namen: "Gotzen" bedeutet "Knappen", "Sass" steht für "Sitz".
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Gossensaß neben Meran zum bedeutendsten Luftkurort Tirols, während im nahen Brennerbad die Heilquellen für Bäder und Trinkkuren genutzt wurden. Der berühmteste Kurgast war Henrik Ibsen. Der norwegische Schriftsteller spazierte gern am Dorfbach entlang, weshalb ihn die Einheimischen "Bachmandl" nannten.
Gossensass findet sogar Erwähnung in Ibsens Drama "Hedda Gabler" von 1890. Ihm ist heute im Gemeindeamt die Henrik Ibsen Dokumentation gewidmet. Direkt von Gossensass abzweigend, eröffnet sich das Pflerschtal, ein ideales Ziel für Wanderer, Ruhesuchende und Wintersportler. Dort befindet sich auch Ladurns, eines der drei Skigebiete im Wipptal, dem oberen Teil des Eisacktals.
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