Gomions sehenswerte Bauwerke sind unter anderem ein historischer Schildhof und ein beeindruckendes Wasserkraftwerk
Bildergalerie: Gomion
Wenn man von St. Leonhard in Richtung Hinterpasseier weiterfährt, erreicht man das Dörfchen Gomion: Hier steht einer der elf im Passeiertal noch erhaltenen Schildhöfe. Diese Gebäude, die eher einem Anwesen ähneln, sind mehrere Jahrhunderte alt: Die Schildhofbauern im 13. und 14. Jahrhundert mussten den Grafen und Landesherren als Schildknappen dienen, erhielten dafür aber eine Sonderstellung und Privilegien wie das Fischereirecht in der Passer und das Paraderecht.
Der Schildhof von Gomion geht auf die Herren von Camian zurück, deren bekanntester Vertreter ein unehelicher Sohn Meinhards II. von Tirol war. Am Ortsrand nahe der Bushaltestelle steht hingegen die Kirche Maria Lourdes, ein kleines einschiffiges Gotteshaus. Das Kirchlein aus dem Jahr 1891 beherbergt eine holzgeschnitzte Madonna aus St. Ulrich in Gröden.
Vor rund drei Jahrzehnten sollte eine Trinkwasserleitung von den Schlattacher Mahdern hinunter nach Gomion gebuat werden. Daraus entstand das Kraftwerk Gomion, das ein sehr hohes Gefälle aufweist. Die Hochdruckpumpe entnimmt nachts aus dem Auffangbecken Wasser und pumpt es durch die Druckleitung in den 1.060 Meter höher gelegenen Speicher. Dieses Technik-Meisterwerk ist deshalb auch in der virtuellen Sammlung des Tecneum vertreten: Südtirols Technikmeile macht Seilbahnen, Wasserkraftwerke und Eisenbahnanlagen virtuell und real erlebbar.
Die Kraft des Wassers wird auch am Passeirer Schluchtenweg nochmals verdeutlicht, der in St. Leonhard beginnt und an Gomion vorbeiführt. Über Stahlkonstruktionen und -treppen geht es durch die imposante Passerschlucht bis zum Ausgang bei Moos im Hinterpasseier.
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