Sage: Die Wasserfee vom Karersee

Im Karersee lebte einst eine wunderschöne Wasserfee: Oft saß sie am Ufer, flocht ihre blonden Zöpfe und sang leise vor sich hin.

Eines Tages kam der Hexenmeister von Masaré am See vorbei, hörte sie singen und verliebte sich in die Nixe. Mit all seiner Zaubermacht versuchte er, die liebliche Fee zu entführen, doch diese ließ sich nicht erwischen. So bat der Hexenmeister schließlich die Hexe Langwerda um Hilfe. Langwerda gab ihm den Rat, er solle sich als Juwelenhändler verkleiden und vom Rosengarten zum Latemar einen Regenbogen zaubern. Dann solle er sich zum Karersee begeben, um die Jungfrau anzulocken und zu entführen.

Gesagt, getan! Doch eines vergaß der böse Hexenmeister: sich zu verkleiden. Die Wasserfee bestaunte verzückt die wunderschönen Farben des Regenbogens und der vielen Edelsteine. Sie bemerkte jedoch auch den Zauberer, der sich am Ufer versteckt hielt und tauchte plötzlich wieder im Karersee unter. Seit diesem Tag ward sie nie mehr gesehen.

Der Hexenmeister war über das Misslingen der geplanten Entführung so wütend, dass er in seinem Liebeskummer den Regenbogen vom Himmel riss, ihn zerschmetterte und alle Regenbogenstücke mit den Juwelen in den See warf: Dies ist der Grund, warum der Karersee in den prächtigsten Regenbogenfarben schimmert und von den Ladinern “Lec de ergobando”, der Regenbogensee, genannt wird.

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