Die sonnigen Hänge von Lajen im unteren Eisacktal erstrecken sich bis hinauf ins Hochgebirge
Das Dorfzentrum von Lajen liegt am Eingang des Grödner Tals. Die weiteren Höfegruppen der Gemeinde verteilen sich auf den umliegenden Hängen, den westlichsten Ausläufern der Geislergruppe in den Dolomiten. Das Gebiet erstreckt sich hinauf bis zur Raschötz, einer bekannten Hochalm und einem beliebten Ausflugsziel zwischen Gröden, Villnöss und Lajen.
Lajen ist ein ruhiger Erholungsort. Ein Name, der untrennbar damit verbunden ist, ist Walther von der Vogelweide, der auf dem Vogelweider Hof geboren worden sein soll. Ein ihm gewidmeter Rundweg führt heute zu diesem Bauernhof im Weiler Ried. Informationstafeln erzählen dort die Geschichte eines der berühmtesten Minnesänger des Mittelalters. Ihm wurde vor einigen Jahren auch das "Minnehus" am Dorfplatz Lajen, ein multisensorisches Besucherzentrum, gewidmet.
Auch Albions, Freins, St. Peter, Tanirz und Tschöfas verteilen sich auf den umliegenden Hängen. Nur Pontives macht eine Ausnahme und liegt bereits am Taleingang von Gröden. Das Dörfchen, bekannt für seinen Helikopter-Landeplatz und das Krippenmuseum Heide, das bereits die Kunst der Grödner Holzschnitzer vorstellt, fungiert als Brücke zum ladinischen Sprach- und Kulturraum.
Jede Jahreszeit hat in Lajen ihren Reiz: im Frühling die Kirschblüte, im Sommer Wanderungen wie die Wasserbühlrunde und im Herbst die Zeit des Törggelens. Bei diesen geselligen Abenden dürfen geröstete Kastanien, Schlachtplatten, junger Wein und süße Krapfen nicht fehlen. Im Winter wiederum sind die Skigebiete von Dolomiti Superski leicht erreichbar, darunter jenes von Gröden mit direkter Anbindung an die Seiser Alm. Höhenzüge wie die Raschötz laden zum Rodeln ein.
Eine Besonderheit sind die Strohdächer, die heute nur noch auf wenigen Gebäuden in Südtirol zu sehen sind, darunter auch in Lajen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren sie vor allem auf Wohn- und Wirtschaftsgebäuden verbreitet. Bei guter Pflege hielt ein solches Dach rund 25 Jahre. Im Eisacktal wurde meist Roggenstroh verwendet, das für viele Bauernfamilien erschwinglicher war als andere Baustoffe. Inzwischen gibt es nur noch wenige dieser Strohdachhäuser.
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