Geschichte

Die Geschichte der ladinischsprechenden Täler reicht bis zur Zeit der römischen Besiedlungen des Alpenhauptkammes zurück.

Die Geschichte Ladiniens ist untrennbar mit der Geschichte der Sprache verbunden: Der römische Feldherr Drusus eroberte um 15 v. Chr. die Alpenregion. Aus der Vermischung der altkeltischen (rätischen) Kultur und jener der Römer entstand das Ladinische, das sich
in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt verbreitet eingebürgerte. Die italienische Sprache ist beispielsweise erst einige Jahrhunderte später entstanden.

Einst war Ladinisch die am meisten verbreitete Sprache in den Alpen und reichte von der Donau im Norden bis zum Gardasee im Süden, vom Gotthardpass im Westen bis Triest im Osten. Ab dem 6. Jahrhundert, also zur Zeit der Völkerwanderung, drangen Bajuwaren aus dem Norden sowie Langobarden aus dem Süden vor, und engten das Sprachgebiet ein: Schon bald kam es zu einer Unterbrechung der Verbindung zwischen den Dolomitenladinern und dem rätoromanischen Gebiet im Westen. Nur noch in den abgelegeneren Tälern konnte sich das Ladinische halten. Heute sind dies einige wenige Gebiete in Italien und der Schweiz: Grödner Tal, Gadertal, Fassatal, Buchenstein und Ampezzo in den Dolomiten, das Friaul sowie der Schweizer Kanton Graubünden.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Angliederung Südtirols an Italien fielen schließlich die Gebiete, in denen noch Ladinisch gesprochen wurde, vom Kaiserreich Österreich-Ungarn an Italien. Zu dieser Zeit sah man die ladinische Sprache als eine Art italienischen Dialekt an, heute gilt sie als rätoromanische Sprache. Erst durch das 2. Autonomiestatut für Südtirol erlangten schließlich die Ladiner im Jahr 1972 Südtirols Minderheitenrechte: Ladinisch wurde zur dritten Landessprache und in Italien offiziell als Minderheitensprache anerkannt.

Im Gadertal befindet sich heute das Ladinische Kulturinstitut “Micurà de Rü”, eine Einrichtung zur Erhaltung und Förderung der ladinischen Sprache und Kultur, während das Museum Ladin Ćiastel de Tor in St. Martin in Thurn ganz der Geschichte und der Sprache der Ladiner gewidmet ist.

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