Der Weli ist beim traditionellen Kartenspiel Perlaggen eine der wichtigsten Sonderkarten
Perlaggen, das Spiel, das mit 33 Spielkarten immer zwei gegen zwei gespielt wird, zählt mittlerweile zum Immateriellen Kulturerbe. Sein Ursprung liegt im Südtiroler Etsch- und Eisacktal, wobei in der Bindergasse in der Bozner Altstadt immer noch eine Tafel an einem Haus an dessen Entstehen erinnert. Laut der Inschrift wurde im Jahr 1833 im Gasthof Pfau das erste Mal Perlaggen gespielt.
Zu den Spielkarten gehört der Weli, eine der wichtigsten Sonderkarten, da sie jede andere Karte stechen kann und nach Belieben "getauft" werden kann. Dazu kommen der Herz-König, der "Martl" genannt wird, dann die Eichel-Ass - "Spitz" - und der "Schell-Siebener" ein zentraler Bestandteil. Das Spielerpaar, das zuerst 18 Punkte erreicht, gewinnt das Spiel.
Bereits ein Perlaggerbüchlein von 1853 berichtet von diesem Spiel, am 19. April 1890 tagte der erste Perlaggerkongress in Innsbruck. Heute noch ist das Kartenspiel überaus beliebt: Seit 2004 gibt es in Südtirol einen "Förderkreis Perlaggen", der auch die jährliche Meisterschaft organisiert.
Vor einem Jahrzehnt fand die Gesamt-Tiroler Meisterschaft in Perlaggen statt. Der Name geht übrigens auf den Süden Südtirols und das Wort "Berlicche", Teufel, zurück: Ähnlich wie er kann auch der Perlagg in jeder möglichen Kartenform erscheinen.
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