Federkielstickerei

Mit Pfauenschwanzfedern wird im Sarntal seit Jahrhunderten einer ganz besonderen Kunst nachgegangen: der Federkielstickerei.

Vom Sarntal ausgehend breitete sich die Federkielstickerei, früher ein Nebenerwerb der Bauern, auch auf andere Täler aus. Das Handwerk ist bereits seit dem Mittelalter bekannt, und gewann ab dem 19. Jahrhundert zunehmend Bedeutung durch die Dekoration der Tracht: Sie galt damals als Statussymbol, ein bestickter Gurt konnte dem Wert eines Pferdes entsprechen.

Bei der Federkielstickerei wird der Schaft von Pfauenschwanzfedern, der namensgebende Federkiel, gespalten bzw. in Streifen geschnitten und dient sozusagen als Nadel. Mit dieser wird auf feinstem Rinds-, Kalbs- oder Ziegenleder gearbeitet, und daraus entstehen dann die schön verzierten Gürtel, “Fatschn” genannt, die bei der Südtiroler Tracht auf keinen Fall fehlen dürfen. Hundert und mehr Arbeitsstunden werden damit verbracht, die geschwungenen Ornamente mit den Federkielen auf die Gürtel zu übertragen - jedes Stück ist ein Unikat! Natürlich können auch Geldtaschen und andere Ledergegenstände damit verziert werden.

Übrigens: Das traditionelle Handwerk wird heute unter dem Namen “Sarner Gschick” gefördert. Die Initiative ging von der Europäischen Kommission aus und dient der Entwicklung des ländlichen Raums. Dieses “Sarner Gschick” wird auch im Museum im Rohrerhaus, einem alten Bauernhaus im Sarntal, genauer gesagt in Sarnthein, gezeigt.

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